AfD-Chefin Alice Weidel kündigt an, sämtliche deutsche Hilfsleistungen für die Ukraine einzustellen und den EU- und NATO-Beitritt zu blockieren.
MAGDEBURG, Deutschland – Alice Weidel, Co-Vorsitzende der rechtsextremen AfD, erklärte, Deutschland müsse jegliche Unterstützung für die Ukraine vollständig einstellen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der AfD sagte sie vor Anhängern: „Wir werden jegliche Unterstützung für die Ukraine beenden: keine neuen Steuergelder, keine Waffen und keine deutschen Soldaten.“ Eine künftige EU- und NATO-Mitgliedschaft sei „völlig inakzeptabel“.Die
Alice Weidel, Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), gibt am 25. Juni 2026 in ihrem Büro in Berlin ein Interview mit Reuters. |
Die Äußerungen untermauern eine Position, die Weidel im gesamten Jahr 2026 konsequent vertreten hat. Im Juni forderte sie im Bundestag erneut ein vollständiges Ende jeglicher deutscher Unterstützung für Kiew und argumentierte, Berlin solle die Finanzierung der Kriegsanstrengungen einstellen, wie aus Berichten hervorgeht. Bemerkungen aus dem ParlamentssaalSie forderte außerdem, dass die Ukraine Deutschland Reparationen für die Sabotage der Nord-Stream-Pipeline im Jahr 2022 zahlt, die deutsche Ermittler einer kleinen Gruppe ukrainischer Akteure zuschreiben. Bei einer Parteiveranstaltung im Juni bezeichnete sie die Ukraine als „bodenloses Fass“, das bereits enorme deutsche Ressourcen verschlungen habe.
🚨BREAKING NEWS
— Aleksey The Great 🇷🇺🎖 (@aleksthgrt) July 19, 2026
"We will stop all aid to Ukraine – no more money, weapons, or soldiers," says the leader of the German party Alternative for Germany.
▪️Alice Weidel stated that Germany must stop all aid to Ukraine. This, she said, means a complete refusal to finance, supply… pic.twitter.com/wuBd9pj6Ha
Es als Friedensposition darstellen
Bei der Veranstaltung in Magdeburg präsentierte Weidel den Stopp der Hilfszahlungen nicht als Abkehr vom Konflikt, sondern als Teil eines umfassenderen diplomatischen Vorstoßes. Die AfD unterstütze eine Verhandlungslösung zwischen Russland und der Ukraine und habe „keine Absicht, in dem Konflikt Partei zu ergreifen“. Sollte die AfD in die Regierung eintreten, würde sie Friedensverhandlungen anstreben anstatt die militärische Unterstützung fortzusetzen. Die Position der Partei sei die einer „ausgewogenen Beziehung“ anstelle einer Konfrontation mit Moskau.
Die EU- und NATO-Beitrittsanträge der Ukraine wurden ebenfalls abgelehnt.
Weidel hat sich ebenso deutlich gegen einen Beitritt der Ukraine zu westlichen Institutionen ausgesprochen. Im Februar argumentierte sie, die wirtschaftlichen Indikatoren und politischen Prozesse der Ukraine machten das Land für eine EU-Mitgliedschaft ungeeignet und bezeichnete es als ein „unorganisierter und völlig dysfunktionaler Staat“Das Land dürfe niemals in den Staatenbund aufgenommen werden. Sie nannte den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als ihrer Ansicht nach einzige verlässliche Garantie dafür, dass der EU-Beitritt der Ukraine verhindert werde, und wies separat den Vorschlag des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz zurück, Kiew eine assoziierte EU-Mitgliedschaft anzubieten.
Keine unmittelbare Reaktion der deutschen Regierung
Das Bundeskanzleramt von Merz hat noch keine offizielle Stellungnahme zu Weidels jüngsten Äußerungen abgegeben. Deutschland ist nach wie vor einer der größten europäischen Geber militärischer und finanzieller Hilfe für die Ukraine – eine Politik, die die derzeitige Regierungskoalition als unerlässlich für die europäische Sicherheit verteidigt. Weidels Position steht damit im klaren Widerspruch zur bestehenden Außenpolitik des Landes.
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