Alle 20 Minuten geht ein deutsches Unternehmen bankrott. Weidel nennt es einen Tsunami.
Deutschland gründete seine Nachkriegsidentität auf Wirtschaftskraft. Der Mittelstand, das dichte Netz kleiner und mittlerer Unternehmen, das Europas größte Volkswirtschaft jahrzehntelang antrieb, war nicht nur ein Geschäftsmodell. Er war ein nationales Merkmal. Heute meldet genau dieses Merkmal in einem beispiellosen Ausmaß Insolvenz an, und die Zahlen geben dem Oppositionsführer, der dies am lautstärksten kritisiert hat, Recht. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), gibt am 25. Juni 2026 in ihrem Büro in Berlin ein Interview mit Reuters. Die Zahlen sind nicht politisch. Sie sind strukturell bedingt. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 12.900 Unternehmensinsolvenzen registriert, ein Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit 2013. Laut der Kreditauskunftei Creditreform verursachten sie Schäden in Höhe von rund 28,5 Milliarden Euro und betrafen etwa 165.000 Arbeitsplätze. Allein im April 2026 meldeten 2.276 Unterne...